Sony kauft Gaikai

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Gaikai, oder das „offene Meer“, wie der japanische Name ins Deutsche übersetzt werden kann, ist im Moment in aller Munde, hat Elektronik Riese Sony doch gerade die amerikanische Firma für schlappe 380 Millionen US-Dollar aufgekauft. Aber was ist Gaikai eigentlich genau?

Gaikai ist ein Games on Demand Service, der es seinen Nutzern erlaubt PC und Konsolenspiele direkt über das Internet zu streamen und so zu spielen, so kann man dann zum Beispiel bequem Klassiker wie Mario Kart oder auch neuere Spiele daheim auf dem Computer zocken, und das relativ unabhängig von den Leistungen der eigenen Hardware, da die Prozessorleistung vom Server übernommen wird. Jeder, der soweit gelesen und verstanden hat, kann sich schon die Folge eines solchen Systems zusammenreimen: die eigentliche Konsole wird überflüssig. Denn warum die Kuh kaufen, wenn man die Milch über den Internetstream haben kann?

Doch ganz so simpel ist es bisher noch nicht. Qualitativ kann der Stream einfach nicht mit der Originalversion auf der Konsole oder der Disk im Computerlaufwerk mithalten. Die Framerate fällt, die Grafik lässt hin und wieder zu wünschen übrig, und wer der Stabilität und Geschwindigkeit seiner Internetverbindung nicht vollkommen traut, wird sich wohl lieber mögliche Frustmomente ersparen wollen und bei seiner trauten Spieleplattform bleiben.

Sony und Gaikai – was könnte die Zukunft bringen?

Eine Playstation 4, mit der man Spiele via online Stream spielen kann? Das ist natürlich der Traum aller Videospieler – und womöglich der Albtraum der Konkurrenz, die mitziehen müsste – denn dann wäre es vorbei mit der Warterei auf den Download und vollgestopften Festplatten – von denen PS-Vita Besitzer sicher schon ein Lied singen können . Hatte man bei der Playstation 3 noch lange mit der Kompatibilität von PS 2 Spielen gekämpft – erst war sie da, dann hat man sie entfernt, dann wieder nicht, etc. – so wäre dieses Problem mit Gaikai für immer beseitigt. Alles, was man momentan im Playstation Store kaufen und runterladen kann, könnte dann vielleicht einfach per Stream auf dem heimischen Bildschirm landen, und das innerhalb von Sekunden.

Die Auswirkungen so eines Dienstes, sollte er denn wirklich nahtlos funktionieren, sind allerdings noch weitreichender. Wenn es möglich wäre, per Internet und ohne Festplatte zum Spiel zu kommen, dann bräuchte man nie wieder eine neue Konsole kaufen, denn die Hardware spielt für den Stream keine Rolle.
Sieht so vielleicht die Zukunft aus: ein Fernseher, ein Kontroller und so viele Spiele, wie man sich nur wünschen kann, sozusagen „griffbereit“ im Internet? Undenkbar ist es definitiv nicht und sowohl Sony als auch Konkurrenz dürfen sich Gedanken darüber machen, was das für ihr Geschäft bedeutet.

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